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MGUS

MGUS

Beitragvon rschmidm » 14.03.2014, 14:28

Ich möchte vorschlagen, MGUS als Risikofaktor in der Leitlinie zu diskutieren. Immerhin gehört die Serumeiweißelektrophorese zur Basisdiagnostik und in 5% der Osteoporose-Patienten wird sich hier ein pathologischer Befund im Sinne einer MGUS ergeben, sehr viel seltener wird man ein Multiples Myelom zufällig entdecken.
Bei Erstabklärung von Osteoporosepatienten wird bei jedem 20. Patienten eine MGUS diagnostikziert (1, 2), bei Patienten mit akuter Wirbelkörperfraktur haben in einer Studie sogar 20% eine monoklonale Gammopathie (3). Im Patientengut der rein geriatrischen Patienten haben „nur“ <2% eine MGUS (4). Liegt jedoch eine MGUS bei diesen Patienten vor, dann besteht auch bei 65% eine Osteoporose (DXA), in der Kontrollgruppe ohne MGUS ist das nur bei 25% der Fall (4). Die medianen T-Scores an Gesamtfemur und LWS sind signifikant niedriger in der MGUS-Gruppe (4). Diese Beobachtung, dass unter den MGUS-Patienten das Osteoporoserisiko erhöht ist und dass dadurch die hohe MGUS-Prävalenz in der Osteoporosekohorte zu erklären ist wird durch weitere Untersuchungen gestützt. In einer Kohorte von postmenopausalen Frauen mit MGUS war die Rate vertebraler Frakturen 52%, in der Kontrollgruppe nur 24% (5). Die erniedrigte Knochendichte ist der stärkste Prädiktor für das Auftreten vertebraler Frakturen bei MGUS-Patienten (5). MGUS-Patienten haben ein 6-fach erhöhtes Risiko für vertebrale Frakturen (6, 7). Das Risiko erscheint so hoch, dass eine spezifische Therapie gerechtfertigt ist. Alendronat peroral führt bei MGUS zu einem signifikanten Anstieg der Knochendichte in der DXA nach 6, 12 und 18 Monaten (8). Zoledronat führt bei MGUS-Patienten und T-Score in der DXA≤-1 zum hochsignifikanten Anstieg der Knochendichte an der LWS und am Femur (9) ohne Auftreten weiterer Frakturen. In einem Consensus Statement wird daher empfohlen bei MGUS stets eine Osteoporose-Basisdiagnostik durchzuführen (10). Bei einem T-Score≤-1 bei MGUS Patienten wird neben der Basistherapie mit Vitamin-D und Kalzium empfohlen, eine spezifische Therapie zu erwägen (10). Bei MGUS-Patienten mit einem T-Score ≤-2,5 und/oder vertebraler Fraktur wird eine antiresorptive Therapie für alle Patienten empfohlen, in erster Linie Zoledronat 4mg i.v. alle 6 Monate für (mindindestens) 5 Jahre (10). Alternativ können orales Alendronat oder Risedronat eingesetzt werden (10).
Ich empfehle daher der Leitlinienkommission MGUS als Risikofaktor in die Leitlinie aufzunehmen.


1. Abrahamsen B, Andersen I, Christensen SS, Skov Madsen J, Brixen K. Utility of testing for monoclonal bands in serum of patients with suspected osteoporosis: retrospective, cross sectional study. BMJ. 2005 Apr 9;330(7495):818.

2. Edwards BJ, Langman CB, Bunta AD, Vicuna M, Favus M. Secondary contributors to bone loss in osteoporosis related hip fractures. Osteoporos Int. 2008 Jul;19(7):991-9.

3. Golombick T, Diamond T. Prevalence of monoclonal gammopathy of undetermined significance/myeloma in patients with acute osteoporotic vertebral fractures. Acta Haematol. 2008;120(2):87-90.

4. Dizdar O, Erman M, Cankurtaran M, Halil M, Ulger Z, Yavuz BB, Ariogul S, Pinar A, Harputluoglu H, Kars A, Celik I. Lower bone mineral density in geriatric patients with monoclonal gammopathy of undetermined significance. Ann Hematol. 2008 Jan;87(1):57-60.

5. Pepe J, Petrucci MT, Nofroni I, Fassino V, Diacinti D, Romagnoli E, Minisola S. Lumbar bone mineral density as the major factor determining increased prevalence of vertebral fractures in monoclonal gammopathy of undetermined significance. Br J Haematol. 2006 Sep;134(5):485-90.

6. Bida JP, Kyle RA, Therneau TM, Melton LJ 3rd, Plevak MF, Larson DR, Dispenzieri A, Katzmann JA, Rajkumar SV. Disease associations with monoclonal gammopathy of undetermined significance: a population-based study of 17,398 patients. Mayo Clin Proc. 2009 Aug;84(8):685-93.

7. Melton LJ 3rd, Rajkumar SV, Khosla S, Achenbach SJ, Oberg AL, Kyle RA. Fracture risk in monoclonal gammopathy of undetermined significance. J Bone Miner Res. 2004 Jan;19(1):25-30.

8. Pepe J, Petrucci MT, Mascia ML, Piemonte S, Fassino V, Romagnoli E, Minisola S. The effects of alendronate treatment in osteoporotic patients affected by monoclonal gammopathy of undetermined significance. Calcif Tissue Int. 2008 Jun;82(6):418-26.

9. Berenson JR, Yellin O, Boccia RV, Flam M, Wong SF, Batuman O, Moezi MM, Woytowitz D, Duvivier H, Nassir Y, Swift RA. Zoledronic acid markedly improves bone mineral density for patients with monoclonal gammopathy of undetermined significance and bone loss. Clin Cancer Res. 2008 Oct 1;14(19):6289-95.

10. Berenson JR, Anderson KC, Audell RA, Boccia RV, Coleman M, Dimopoulos MA, Drake MT, Fonseca R, Harousseau JL, Joshua D, Lonial S, Niesvizky R, Palumbo A, Roodman GD, San-Miguel JF, Singhal S, Weber DM, Zangari M, Wirtschafter E, Yellin O, Kyle RA. Monoclonal gammopathy of undetermined significance: a consensus statement. Br J Haematol. 2010 Jul;150(1):28-38.
rschmidm
 
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