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Epilepsie

Epilepsie

Beitragvon Tadeja Urbanic und Karin Amrein » 19.03.2014, 12:22

Noch einige Kommentare zum Risikofaktor Epilepsie und deren Behandlung:

Vor allem die Induktoren des CYP-450 Systems reduzieren die Spiegel von 25-(OH)D und führen über einen sekundären Hyperparathyreoidismus zum erhöhten Knochenumsatz und gesteigertem Knochenverlust. Für Lamotrigin, Levetiracetam und Topiramat konnte kein erhöhter Knochenmassenverlust nachgewiesen werden.

Frakturrisiko steigt mit der Dauer der Antiepileptikaexposition va für Frauen und bei über 12 jähriger Einnahme. Stürze sind häufig auch Folge einer Antiepileptikanebenwirkung wie Vigilanzminderung, Ataxie, Tremor, Gangunsicherheit hervorgerufen durch Benzodiazepine, Valproinsäure oder Barbiturate.

Rezent (2012) konnte in einem kleinen Kollektiv mit pharmakoresistenter Epilepsie die bereits 1974 erstmals nachgewiesene signifikante Reduktion der Anfallsfrequenz unter Vitamin D3 Supplementation bestätigt werden.

Für Kinder gilt, dass 75% der pädiatischen Epilepsie PatientInnen mit mentaler Retardierung und/oder Cerebralparese unter der Antiepileptikatherapie. eine Osteopenie und bis zu 25 % eine Osteoporose aufweisen (Coppola 2012). 25% aller EpilepsiepatientInnen haben eine Hypokalzämie und Hypophosphatämie. Jedes siebente Kind wies einen sehr schweren Vitamin D – Mangel (< 10ng/ml) mit einem deutlich erhöhten Rachitisrisiko auf (Borusiak 2013).
Die neueren Antiepileptika im Unterschied zu den älteren enzyminduzierenden Antiepileptika zeigten bei Kindern keine Assoziation mit dem Vitamin D Status (Hollo, 2012).

Vitamin-D-Supplementation mit 4000IU/Tag, nicht aber 400IU/Tag kann die Knochendichte innerhalb eines Jahres verbessern, nicht jedoch normalisieren. (Mikati 2006). Rezent konnte sogar gezeigt werden, dass eine Zusatzsupplementation mit Risendronat zu Calcium und Vitamin D die Knochendichte im Grossteil (70%) eines männlichen Patientenkollektivs mit Langzeit- Antiepileptikatherapie signifikant verbessern kann und somit das Frakturrisiko vermindern kann. (Lazzari 2013).
Tadeja Urbanic und Karin Amrein
 

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