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8.2 Ernährung und Lebensstil

8.2 Ernährung und Lebensstil

Beitragvon takeda_ehmen » 20.03.2014, 15:14

Seite 79f
„… Die Gesamtzufuhr aus Nahrungskalzium und Supplementen sollte in Bezug auf prophylaktische Zwecke aber möglichst auf ca. 1500 mg begrenzt werden, da für höhere Mengen bisher kein zusätzlicher Nutzen in Bezug auf die Senkung der Frakturrate belegt ist und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko kontrovers diskutiert wird (D)513,514,515,516,517,518,519,520,521,522,523,524…“

Eine Obergrenze von 1500 mg erscheint niedrig und nicht ausreichend belegt. Die European Food Safety Authority (EFSA) beliess die Obergrenze in einer kürzlich durchgeführten Neuevaluierung bei 2500 mg (EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies, 2012):
“… The Panel considers that no relationship has been established between long-term calcium intakes from diet and supplements and increased risk of nephrolithiasis, cardiovascular disease or prostate cancer. No new data have become available which would require a revision of the UL for calcium for adults, including pregnant and lactating women, of 2,500 mg…” (UL = Tolerable Upper intake Level)
Für das Insitute of Medicine liegt der “Tolerable Upper Intake Level” für Männer ab 60 und postmenopausale Frauen, d.h. die Population, für die die Leitlinie Gültigkeit beansprucht, bei 2000 mg (IOM (Institute of Medicine), 2011).
Eine Dosis-Wirkungsbeziehung konnte bei den von der Leitlinie als Begründung mitangeführten und kontrovers diskutierten kardiovaskulären Ereignissen nie gezeigt werden (Abrahamsen B, Sahota O, 2011; Nordin BEC et al., 2011). Auch eine Gesamtzufuhr von bis zu 3000 mg Kalzium pro Tag zeigte keine Assoziation mit dem Agatston-Score (Samelson EJ et al., 2012). Neuere Arbeiten suggerieren sogar, dass eine hohe Kalzium-Zufuhr das kardiovaskuläre Risiko senken könnte (Lewis JR et al., 2014; Ebeling P et al., 2013). Bei Frauen waren Kalzium-Supplemente in grossen prospektiven Kohorten-Studien zudem mit einer signifikanten Senkung der Gesamtmortalität assoziiert (Langsetmo L et al., 2013; Mursu J et al., 2011).
Für Patienten unter einer antiresorptiven Therapie gilt die Obergrenze zwar ausdrücklich nicht (Seite 112, 11.2.2 Kalzium und Vitamin D). Dies geht aus der Kurzfassung der Leitlinie jedoch nicht hervor.
takeda_ehmen
 
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