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Hormontherapie

Hormontherapie

Beitragvon Albrich » 20.03.2014, 20:17

Der Abschnitt Hormonersatztherapie auf S. 130 erscheint überarbeitungsbedürftig:
Die bisherige Version entspricht in etwa dem Stand von vor 10 Jahren, war also schon in der letzten Leitlinienversion nicht mehr aktuell: Die aus der WHI-Studie übernommenen Daten mit einem "ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnis" resultierten aus dem zu späten Behandlungsbeginn und einer ungünstigen und zu hoch dosierten Hormonkombination.
Bei frühem Behandlungsbeginn ("window of opportunity") ist das Nutzen-Risiko-Profil dagegen günstig (Danish osteoporosis prevention study; Schierbeck et al. BMJ 2012; 345). Die alleinige Östrogenbehandlung bei fehlendem Uterus hat das günstigste Nutzen-Risiko-Verhältnis: Das Mammakarzinom-Risiko ist niedriger als in der Plazebogruppe. Der Wahl des Gestagens kommt sowohl in Hinblick auf das Myokardinfarktrisiko als auch auf das Mammakarzinom-Risiko große Bedeutung zu(Fournier et al. Breast Cancer Res. Treat. 2007). Natürliches Progesteron und Dydrogesteron erhöhen demnach das Mammakarzinom-Risiko im Gegensatz zu anderen synthetischen Gestagenen nicht.
Die Stärke der Hormontherapie liegt in der Prävention einer Osteoporose bei frühem Behandlungsbeginn. Der spätere Therapiebeginn ist risikoreicher und auch in Hinblick auf eine Osteoporosebehandlung nicht mehr so effektiv.
Albrich
 
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