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11.5.2 Medikamentöse Therapie bei sekundären Osteoporosen

11.5.2 Medikamentöse Therapie bei sekundären Osteoporosen

Beitragvon Renate Ebert » 20.03.2014, 18:40

In diesem Kapitel finden sich keine Angaben mehr über die Evidenz zur Reduktion von Frakturen bei der glukokortikoidinduzierten Osteoporose, ohne dass sich im Text hierfür eine Erklärung findet. In der Kurzfassung 2009 finden sich hierzu noch pauschal folgende Angaben: Zulassung bei der Glukokortikoid-induzierten Osteoporose (Frakturevidenz): Alendronat (B), Risedronat (C), Zoledronat (C), Teriparatid (B)

Im aktuellen Leitlinienentwurf wird hingegen zwischen der Zulassung zur Behandlung der glukokortikoidinduzierten Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern unterschieden.
Gemäß den DVO-Leitlinien 2009 hat Teriparatid in einer Studie bei einer glukokortikoidinduzierten Osteoporose vertebrale Frakturen wirksamer verhindert als Alendronat (B für Frauen und Männer)(Saag et al. 2007; vergl. hierzu die Erläuterung der Leitlinien 2009, E160).
Dieses Ergebnis, das sich auf einen Behandlungszeitraum von 18 Monaten bezieht, hat sich in der zwischenzeitlich publizierten Verlängerung der Studie, in der die Behandlung auf 36 Monate ausgedehnt wurde, bestätigt [Saag et al. 2009].
In einer radomisierten offenen direkten Vergleichsstudie wurden die Wirkungen einer Behandlung mit Teriparatid 20µg/d oder mit 35 mg Risedronat-Wochentablette bei Männer mit glukokortikoidinduzierten Osteoporose über 18 Monate untersucht [Glüer et al. 2013]. In dieser Studie, die primär auf die Veränderung der mittels QCT ermittelten Knochenmineraldichte an der LWS ausgelegt war und darüber hinaus Aufschluss über mikrostrukturelle Veränderungen der Knochenarchitektur und der Knochenfestigkeit unter einer antiresorptiven oder osteoanabolen Therapie geben sollte, wurde das Auftreten klinischer Frakturen als unerwünschte Arzneimittelwirkungen erfasst. Dabei traten bei der mit Risedronat behandelten Gruppe bei 10,6% der Patienten insgesamt 11 Frakturen auf, während alle Patienten unter Teriparatid über die gesamte Studiendauer frakturfrei blieben (p=0,056 in Bezug auf Anzahl Patienten; p <0,001 in Bezug auf die Anzahl Frakturen).
Vor diesem Hintergrund sollten die nachfolgenden Aussagen korrigiert werden (entweder: 1 Studie, vertebrale Frakturen, Alendronat; oder: 2 Studien, Frakturen, orale Bisphosphonate).
Langfassung S131:
„Teriparatid hat in zwei Studien bei einer glukokortikoidinduzierten Osteoporose vertebrale Frakturen wirksamer verhindert als Alendronat (B für Frauen und Männer)774.“
Kurzfassung Tabelle 9:
„Teriparatid hat in Studien zur Glukokortikoid-induzierten Osteoporose vertebrale Frakturen wirksamer verhindert als Alendronat (B).
Quellen
Saag KG, Shane E, Boonen S, Marín F, Donley DW, Taylor KA, Dalsky GP, Marcus R.Teriparatide or alendronate in glucocorticoid-induced osteoporosis.N Engl J Med. 2007 Nov15;357(20):2028-39. Evidenzgrad 1+ SIGN für Frakturen
Saag KG, Zanchetta JR, Devogelaer JP, Adler RA, Eastell R, See K, Krege JH, Krohn K, Warner MR. Effects of teriparatide versus alendronate for treating glucocorticoid-induced osteoporosis. Arthritis & Rheumatism 2009;60 (11):3346–3355
Glüer CC, Marin F, Ringe JD, Hawkins F, Möricke R, Papaioannu N, Farahmand P, Minisola S, Martínez G, Nolla JM, Niedhart C, Guañabens N, Nuti R, Martín-Mola E, Thomasius F, Kapetanos G, Peña J, Graeff C, Petto H, Sanz B, Reisinger A, Zysset PK. Comparative effects of teriparatide and risedronate in glucocorticoid-induced osteoporosis in men: 18-month results of the EuroGIOPs trial. J Bone Miner Res. 2013 Jun;28(6):1355-68. doi: 10.1002/jbmr.1870. Evidenzgrad 1+
Renate Ebert
 
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